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Nord-Süd-Achse
Gute Gründe
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Gästebuch


Auf Ludwig Salvators, Michael Douglas' und anderer Künstler Spuren;
Rennradtouren nach Sóller, Fornalutx und Deià.

Region:
Das Gebiet innerhalb gedachter Linien
von Palma - Platja de Palma im Süden
bis Esporles - Valldemossa - Sóller im Norden.

Ziele:
Esporles, Valldemossa, Deià, Sóller, Fornalutx.

Strecken:
100 bis 125 Kilometer, weitgehend wenig befahrene Nebenstraßen, stärkerer Ausflugsverkehr um Valldemossa und Sóller.

Charakteristik:
Südlich einer Linie Esporles - Bunyola hügelig, nördlich davon bergig bis alpin, höchste Punkte: Coll de Sóller und Coll de Claret bei Valldemossa mit 500 Metern über NN, Touren mit 1200 bis 1650 Höhenmetern, verschie-dene Anstiege fünf bis sieben Kilometer / fünf bis sechs Prozent Steigung (örtlich zwei bis drei Prozent mehr), zwei oder drei Anstiege in Folge.

Intentionen:
Anspruchsvolle Touren nur für gut trainierte Rennradler mit Bergfahrqualitäten, Ritzel mit 27 Zähnen hinten oder drittes Kettenblatt / Kompaktkurbel vorn ist ratsam.

Eine Region nur für gut trainierte RennradlerWurden im vorigen Kapitel Touren beschrieben, deren Ziele in den Bergen nordöstlich von Sóller gelegen sind, so sollen hier Bergfahrten dar-gestellt werden, die sich von Sóller aus überwiegend in südwestlicher Richtung orientieren. Die in Form von Diagrammen ausgearbeiteten Routen haben Streckenlängen zwischen 100 und 125 Kilo-metern. Dabei sind 1200 bis 1650 Höhenmeter zu bewäl-tigen. Der Schwierigkeitsgrad der Touren über den Coll de Puig Major oder nach Sa Calobra wird also nicht ganz erreicht, aber sportlich an-spruchsvoll geht es auch hier zu. Ohne vorher ausreichend Trainingskilometer in flachem Terrain absolviert zu haben, sollte man diese Touren jedenfalls nicht in Angriff nehmen.

Man verlässt die Platja de Palma in nördlicher Richtung über s’Aranjassa und Sant Jordi, überquert bei Sa Casa Blanca über eine Brücke die Hauptstraße Palma - Manacor und gelangt nach nochmaligem Abbiegen an einer Tankstelle nach rechts zu der Straße, die Palma mit Sineu verbindet. Von hier aus können Sie entweder über Sa Cabaneta und Marratxí oder über Son Ferriol, Pla de na Tesa, wo man den alten Flugplatz Son Bonet südlich umkurvt, und Pont d’Inca nach Bunyola weiterfahren. Bei Pla de na Tesa wurde ein verkehrsreicher Kreisverkehr entschärft. Eine Brücke führt jetzt auf die andere Seite (2015).

Wenn Sie Ihren Radurlaub zwischen Ende Januar und Ende Februar auf Mallorca verbringen, werden Sie hier von Tausenden weiß und rosa blühenden Mandelbäumen umgeben sein, etwas später im Jahr sind die Wiesen und Felder dann grün und bunt und die Orangen in den umlie-genden Gärten werden reif. Die Straße von Marratxí in Richtung Bunyola wurde bis Anfang 2011 saniert. Sie ist jetzt in hervorragendem Zustand und lässt sich sehr gut befahren.  

Spezielle Radstraße südlich von LlucmajorEs mag ja sein, dass Sie zu den Radsportlern gehören, die für die Überwindung von Bergen einen größeren "Anlauf" brauchen. Für etwas längere Varianten der Runde verlässt man die Platja de Palma zunächst in östlicher Richtung und schlägt einen Bogen über Llucma-jor, Algaida, Santa Eugènia und Santa Maria del Cami nach Bun-yola. Für noch weitere Anfahrten können Sie dann ferner die spezi-ellen Radstraßen südlich von Lluc-major (Foto) in Ihre Tour einbe-ziehen, die bei den Zielen Llucma-jor, Cala Pi etc. näher beschrieben sind.

Bahnhof der historischen Eisenbahn von Palma nach Sóller in BunyolaVon Bunyola (Foto: Bahnhof der his-torischen Eisen-bahn nach Sól-ler) fahren Sie weiter zur Haupt-straße, auf der es über den Coll de Sóller nach Sóller weitergeht. In der Nähe des Land-gutes und der Gärten von Alfa-bia, die von mau-rischen Wesiren um die erste Jahr-tausendwende während der Besiedelung Mallorcas durch die Araber angelegt wurden, beginnt die Passstraße, die in 28 Spitzkehren sechs Kilometer lang mit fünf Prozent Steigung nach oben führt. Mit sechs Prozent Gefälle geht es auf der anderen Seite ebenso in 30 Serpentinen und noch weiteren Bögen nach Sóller hinab.

Sehr schöne Passstraße über den Coll de Sóller mit 28 bzw. 30 Spitzkehren auf jeder SeiteVor einigen Jahren wurde hier ein Autotunnel fertig-gestellt, der von Radfahrern nicht benutzt werden darf. Das hat zur Folge, dass die Passstraße (Foto) sehr ver-kehrsarm gewor-den ist; das kann den Radlern ja nur recht sein. In den oben erwähnten 30 Spitzkehren hinab nach Sóller war während einiger Jahre die obere Schicht des Straßenbelags in Fahrtrichtung ausgefräst, die exakte Spurhaltung war dadurch erheblich erschwert. Im Sommer 2005 wurde dort endlich eine neue Asphaltschicht aufgebracht, sodass die akute Gefährdung jetzt beseitigt ist. Vorsichtige Fahrweise bei der Abfahrt bleibt aber dennoch angeraten.

Die anstrengende Bergtour von der Platja de Palma nach Sóller ist nicht für untrainierte Radler geeignet

Für eine größere Runde halten Sie sich in Sóller nach rechts und fahren durch die Stadt, mit später fünf Prozent Steigung, drei Kilo-meter weit zum, wie bereits erwähnt, schönsten Bergdorf Mallorcas Fornalutx. Dieses Dorf sieht mit seinen Natur-steinhäusern, um-geben von gepfleg-ten Zitronen- und Orangenplantagen, in der Tat sehr malerisch aus. Nach weiteren drei Kilometern mit sechs Prozent Steigung bergauf erreichen Sie die Hauptstraße, hier Coll de Fornalutx getauft, auf die Sie nach links einbiegen. Nach einer Abfahrt von fünf Kilometern Länge mit sieben Prozent Gefälle erreichen Sie wieder Sóller.

In Deià und Umgebung sind Künstler weitgehend unter sichVon Sóller aus führt die kürzere Tour so-fort weiter in Rich-tung Deià. Bis zum Coll de Galera geht es zunächst fünf Kilometer weit in Serpentinen mit fünf Prozent Steigung bergauf, danach wellig weiter bis zum "Künstlerdorf" Deià (Foto: Lluc Alcari bei Deià), wo sich eine Reihe echter und auch selbsternannter Künstler niedergelassen hat und wo Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Fernsehserie "Hotel Paradies" überwiegend gedreht wurde. Hinter dem Ort steigt die Strecke am Herrenhaus Son Marroig vorbei noch einmal fünf Kilometer lang mit sechs Prozent Steigung an, bevor es in Richtung Valldemossa wieder abwärtsgeht. 

Im Herrenhaus "Son Marroig" nahe Deià lebte der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator, ein Vetter der Kaiserin SisiIm Landhaus Son Marroig (Foto) und in den beiden Schlösschen La Estança und Miramar in unmittelbarer Nachbarschaft dazu lebte in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts der Erzherzog Ludwig Salvator von Ös-terreich, der in-kognito als Graf von Neudorf nach Mallorca gekommen war, angeblich, um von Asthma zu genesen. In Wirklichkeit fand er an der bei Hofe üblichen, militärischen Aus-bildung keinen großen Gefallen, und in der österreichisch-unga-rischen Thronfolge war der Vetter der Kaiserin Sisi ohnehin nur die Nummer drei.

"Sa Foradada" (die Durchlöcherte) mit Reitweg des Ludwig Salvator bei Deià an der NordwestküsteNachdem seine Braut während einer Militärpa-rade bei einem Brandunfall ums Leben gekommen war, ließ er sich krankschreiben und zog es vor, zu einer Art Pionier der Aussteiger zu werden. An Geld mangelte es ihm offensichtlich nicht, und so wanderte er nach Mallorca aus, be-reiste von hier aus mit seinen beiden Jachten "NixeI" und "NixeII" die halbe Welt, verfasste ein sehr umfangreiches, anerkanntes, wissenschaftliches Werk über Geografie, Flora und Fauna der Balearen und führte im Übrigen ein unkonventionelles Liebesleben, insbesondere, aber nicht ausschließlich, mit einer Magd mit Namen Catalina Homar.

Griechischer Tempel auf einem Felsvorsprung vor "Son Marroig"Von seinen Nachkommen scheint sich heute aber niemand mehr öffentlich zu seiner Abstammung zu bekennen; jedenfalls sehen oder hören die Touristen nichts von ihnen. Seine adligen, öster-reichischen Verwandten verspot-teten den Erzherzog als "Don Baleares", waren insgeheim aber wohl eher neidisch, weil sie die höfische Etikette bisweilen auch gern abgelegt hätten. In einem seiner natürlich inzwischen mo-dernisierten Häuser, in La Estan-ça, wohnt heute übrigens zeit-weise der Film-Weltstar Michael Douglas, der zwar nicht adlig ist, der aber doch das nötige Kapital besitzt, um sich in diese schöne Gegend einzukaufen und hier mit seiner jüngeren Frau zusammen-zuleben.

An der Straßengabelung vor Valldemossa müssen Sie entscheiden, ob Sie nur noch bequeme 35 Kilometer überwiegend bergab zurückradeln wollen oder ob Kondition und Lust noch für zehn Kilometer mehr mit einem wei-teren Anstieg reichen. Für die kürzere Variante biegen Sie nach links ab und fahren über Valldemossa mit anschließend sechs Prozent Gefälle bis s’Esgleieta, von wo Sie wieder nach links, entweder über Pont d’Inca, am alten Flugplatz Son Bonet vorbei und Pla de na Tesa oder über Marratxí und Sa Cabaneta an die Platja de Palma zurückfahren.

Die anstrengende Bergtour von der Platja de Palma nach Deià ist nicht für untrainierte Radler geeignet

Pfarrkirche "Sant Marçal" in Sa CabanetaFür die längere Tour folgen Sie an der Stra-ßengabelung vor Vall-demossa der Beschil-derung in Richtung Andratx nach rechts. Von dort geht es in südwestlicher Richtung mit später fünf Prozent Steigung auf drei Kilo-metern Länge über den Coll de Claret und dann hinab zum Abzweig nach Palma. Die fünf Kilometer lange Ab-fahrt hat ein Gefälle von fünf Prozent. Die Straße über den Coll de Claret ist zwar inzwischen saniert (2019), weil aber einige enge Kurven zur Außenseite hin etwas abfallen, kommen immer wieder Autos entgegen, die nicht weit genug rechts fahren, deshalb ist besondere Vorsicht geboten. An dem Abzweig biegen Sie nach links ein und fahren über Esporles, s’Esgleieta und je nach gewählter Hinfahrt entweder über Marratxí und Sa Cabaneta (Foto) oder über Pont d’Inca und Pla de na Tesa, am alten Flugplatz vorbei, zum Ausgangspunkt zurück.

Port de ValdemossaWie fast überall auf Mallorca, so gibt es natürlich auf den hier beschriebenen Routen unterwegs ausreichend Mög-lichkeiten, eine Rast einzulegen. Je nach Ihrer Streckenfüh-rung und Ihren Vorlieben - Pausen vor oder hinter Berganstiegen - kommen dafür insbesondere die Orte Bunyola, Sóller, Fornalutx, Valldemossa und Esporles in Betracht.

Leuchtturm bei Port de SóllerSie können natürlich von Sóller aus auch noch einen kurzen, drei Kilometer wei-ten Abstecher nach Port de Sóller (Fo-to: Leuchtturm bei Port de Sóller) ma-chen, um dort eine Terrasse am fast kreisrunden Natur-hafen zu genießen. Zum Auffüllen des Defizits an Kalorien ist übrigens mallor-quinischer Mandel-kuchen mit einem Cappuccino bestens geeignet, wenn auch die Zutaten nicht ganz der reinen Lehre vom Essen und Trinken beim Radsport entsprechen. Schließlich sollten Sie auch nicht versäumen, einheimische Orangen zu versuchen. Sie sind in den Monaten Februar und März besonders schmackhaft; so saftig, süß und mit solch intensivem Aroma können Sie sie zu Hause nicht kaufen.

 
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